Ein Funken Hoffnung

Diese kleine Geschichte ist nicht von mir:

"Unsereins ist ein Lebensretter!", rief freudig der Bernhardiner aus. "Wie oft haben wir Menschen aus Lawinen gegraben und Verirrte aus den Bergen zurückgeführt."

"Unsere Kameraden haben auch schon Menschen aus Trümmern befreit!", riefen Rex, der Schäferhund und ein Rottweiler fast gleichzeitig. "Aber für unsere Nöte haben viele Menschen kein Gespür", seufzte der Bernhardiner. Er legte traurig seine Schnauze zwischen die dicken Vorderpfoten.

Piefke, der kleine Pudelmischling, erinnerte tröstend: "Es gibt aber auch immer mehr gute Menschen, die uns zu verstehen versuchen." "Das wissen wir alle!" Senta, die Colliehündin, schnupperte zustimmend in die Runde. "Es geht ja nur darum, auch die oft aus Unwissenheit gedankenlos und böse handelnden Menschen zu überzeugen, denn wir leben nun mal zusammen auf dieser Erde."

In diesem Augenblick kam eine Schar Buben den Hang herauf. "Schaut", rief Rex, "da kommen kleine Menschen. Auch sie werden fast überall verjagt. Viele in unserem Land mögen weder Hunde noch Kinder!" "Vielleicht besitzen sie noch die Gabe, Tiere zu verstehen und sprechen mit uns!", rief hoffnungsvoll ein Spitz.

Mit freundlichem Wedeln lief er auf die Bubenhorde zu. " Sieh dich vor!", schrie warnend der Rottweiler, "vermutlich sind es gedankenlose, rücksichtslose Knaben! Ein Teil der Menschen wird schon mit bösem Herzen geboren. Ich weiß es aus meinem Beruf als Polizeihund!"

Doch seine Warnung kam zu spät. Ein Stein traf den Spitz am Kopf. Die Hunde stoben auseinander. Die Buben waren grölend weitergerannt. Drei von ihnen hatten Stöcke in den Händen, klopften damit Wiesenblumen und schlugen auf Sträucher ein.

Nur ein Knabe war stehengeblieben. Er war der Jüngste von allen. Schmal und blass stand er im letzten Sonnenstrahl und streckte seine Hände mit einer hilflosen Geste nach den davoneilenden Hunden aus. In dem Moment drehte sich der Cocker Plumps um, der neben dem humpelnden Rex gelaufen war.

"Oh, sieh doch", rief er aus. Auch Rex drehte sich um zu dem auf der Wiese stehenden Jungen. "Es gibt noch Hoffnung", bellte er. Die beiden Hunde blickten sich verstehend an.

Dann setzten sie ihren Weg langsamer fort, während Freude in ihre Herzen einkehrte.

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